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Hochschule Ulm
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Abschiedsempfang am 28. Juli 2005
in der Mensa der Hochschule Ulm

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Piepers
Ansprache

Liebe Gäste,
herzlich willkommen zu meinem Abschied von der Fachhochschule Ulm. Ich freue mich, dass Sie mir hier heute Abend die Ehre geben. Um uns die passende Einstimmung auf das Thema des heutigen Abends zu geben, zitiere ich Ihnen aus dem Leitbild der FH Ulm den ersten und damit sicherlich wichtigsten Leitsatz:

    Wir folgen in unserem Handeln
    dem Prinzip der nachhaltigen
    Entwicklung.
    Als Hochschule für Technik,
    Information und Medien
    bereiten wir unsere Studierenden
    auf diesen Wandel vor und
    geben ihnen die notwendigen
    Kompetenzen für Zukunft sicherndes
    und nachhaltiges
    Handeln mit auf ihren
    Lebensweg.

Nun: das Nachhaltigste, was wir immer schon betreiben, ist eine exzellente Ingenieurausbildung. Hören Sie sich bitte ein klein wenig vom Nachhall an:
Soeben kommt NN mit seiner Frau aus N. Er gehört zu unserem 1. Informatiker-Jahrgang, sein Diplom machte er bei uns 1973. Er ist Managing Director bei NN Consulting und berät u.a. die Vorstände deutscher DAX-notierter Unternehmen. Lieber N, ich freue mich ganz besonders, dich und deine Frau hier begrüßen zu dürfen! Meine Damen und Herren, ich muss das erklären: seit seinem 50er sind wir "per Du". (Anmerkung: NN bat mich, die persönlichen Angaben bei der Veröffentlichung im Web zu anonymisieren.)
Ich begrüße ebenso herzlich Joe Frank, Albert Rommel, Siegfried Stiesch und Ulrich Prottung vom CimTeam in Einsingen, sie machten 1987 Ihr Diplom und haben ihre Firma in 18 Jahren zum Technologieführer in Leiterplatten- und Verkabelungsdesign gemacht. Was mich am CimTeam - neben dem Markterfolg - am meisten beeindruckt, ist die Unternehmens- und Kommunikationskultur. Da trifft man sich mindestens einmal wöchentlich zu einem zünftigen Weißwurst-Frühstück, um Wichtiges miteinander zu besprechen. Kein Wunder, dass unsere TI-ler ("TI" = Technische Informatik) ihr Praxissemester besonders gern beim CimTeam absolvierten; das brachte mich in einem kreativen Moment dazu, folgenden Limerick zu dichten:

    Warum zog's den TIler zum CimTeam?
    Er meinte, die Brotzeit dort schmecke bestimmt ihm.
    Doch Bier, Wurst und Brezeln
    gibt's nur für Joe's Spezln.
    Man gab nur Griesbrei mit Zucker und Zimt ihm.

Einen weiteren erfolgreichen Firmengründer begrüße ich ganz besonders gern: meinen Sohn Michael, der 1985 hier sein Diplom machte und vor 5 ½ Jahren zusammen mit anderen eine AG gründete, mittlerweile mit ca. 15 SAP-Spezialisten die erste Adresse im Raum Ulm für SAP-Anwender.
In meinen 66 Semestern an der Informatik-Fakultät der Fachhochschule Ulm habe ich ca. 400 Diplomarbeiten betreut, davon nur ca. 40 an unserer Hochschule selbst, alle übrigen in der Industrie, in über 100 Firmen, die meisten davon hier in der Region. Ca. 2 Dutzend dieser Firmen sind Gründungen von Diplomingenieuren aus unserer Fakultät (beileibe nicht alle - denn nicht in allen Ausgründungen unserer Fakultät hatte ich Diplomanden). So möchte ich auch meine letzten 8 Diplomanden aus diesem Semester hier herzlich begrüßen:

    Karin Lehner (Nokia, Ulm)
    Stephan Buchwald (Daimler Chrysler, Ulm)
    Michael Herchel (Crux Cybernetics, Sydney), er ist noch "down under"
    Thomas Högg (CimTeam, s.o.)
    Viktor Lis (GE Healthcare, Dornstadt - vormals Innomed, ebenfalls Ausgründung)
    Markus Müller (IT der Südwürttemb. Zentren für Psychiatrie, Bad Schussenried)
    Stephan Witschel (Wilken, Ulm)
    Jürgen Wolf (MeteoControl, Augsburg)

Auch sie lieferten durchweg hervorragende Diplomarbeiten ab; diese hier vorzustellen, würde zu weit führen; schauen Sie sich die Arbeiten in unserer Volltextdatenbank an - es lohnt sich wirklich.
Und noch einen Absolventen unserer Fakultät, von dem Sie es sicher nicht vermuten, begrüße ich sehr herzlich: Willy Böhmer, Redakteur bei der "Südwestpresse"; er machte hier vor ca. 20 Jahren sein Informatikdiplom, managte seinerzeit sehr erfolgreich neben seinem Studium den "Sauschdall", und blieb dann bei diesem Metier.
Auch der Ulmer Konvent des Evangelischen Studienwerks Villigst ist heute abend fast vollständig anwesend. Liebe Villigster, ich freue mich, dass Ihr gekommen seid und begrüße euch herzlich!
Herzlich willkommen auch alle Damen und Herren unseres Kollegiums, der Verwaltung und aus den Laboren unserer Hochschule, unter ihnen begrüße ich herzlich unseren Dekan i.R. Otto Künzel - Lieber Otto, ich freue mich, dass du mir die Ehre gibst.
Herzliche Grüße Ihnen allen soll ich von unserem Gründungsdekan Rudolf Herschel ausrichten, der mich vor wenigen Tagen anrief, kurz bevor er mit seiner Frau zu einer Erinnerungsreise in ihre gemeinsame Heimatstadt Görlitz aufbrach. Rudolf Herschel gründete Ende der 60 Jahre in Ulm den ersten deutschen Informatik-Studiengang. Er holte mich 1972 nach Ulm, wofür ich ihm noch heute dankbar bin, denn für mich wurde Ulm zur zweiten Heimat - doch dazu gleich im Schlusssatz mehr. Mit seinen Grüßen gab er mir noch in seiner unvergleichlich trockenen Art eine Weisheit auf den Weg:
"Lieber Herr Pieper, als Pensionär werden Sie wenig Zeit haben, die aber immer."
Und die mir ab jetzt geschenkte Zeit hoffe ich mit den Menschen verbringen zu dürfen, die mich hier heute Abend schon begrüßen:
Meine Kochbrüder vom Club kochender Männer, Chuchi "Danubia". Ich freue mich, euch hier zu sehen!
Meine Freunde von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft - auch euch ein herzliches Willkommen!
Meinen Neffen Markus, der sein Semester in Furtwangen abrupt beendete, um mich hier zu besuchen, seine Schwester Silke und ihre Eltern Gisela und Willi.
Als ich vor etlichen Jahren noch eigene Lehrbücher schrieb und einige Bücher aus dem Englischen übersetzte (seit 12 Jahren macht das Web diese Arbeit - fast - überflüssig), gefiel mir eine Widmung ganz besonders: Ein amerikanischer Autor widmete sein Buch seiner Frau und seinen Kindern

for making it all worthwhile.

Und mit diesem Gefühl der Dankbarkeit, das mich alle meine Jahre in Ulm begleitet, möchte ich vor allen anderen meine Maria begrüßen: sie und ihre 3 Kinder, ebenso wie meine eigene Tochter, und die inzwischen 6 ½ Enkel schenken mir ein erfülltes Leben. So bekam ich als zugereister Nicht-Schwabe sogar das Attribut "Ulm-Opa"! Die Quintessenz meiner 33 Jahre an der Hochschule Ulm ist nur für meine Frau bestimmt - deshalb in ihrer Muttersprache:

harminchárom piros rózsák - Mariká édes, én szeretlek téged.